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Donnerstag, den 23.04.2009 22:55 Uhr
Kinder der Revolution - Junges rumänisches Kino
Das Papier wird blau (Hîrtia va fi alabastra)
Spielfilm, Rumänien 2006 Erstausstrahlung
Costi Paul Ipate
Leutnant Neagu Adi Carauleanu
Dragos Dragos Bucur
Bobo Tudor Istodor
Vasile Alexandru Potocean
Aurel Andi Vasluianu
u.a.
Regie: Radu Muntean
[kurz]
Bukarest, 22. Dezember 1989: Miliz-Leutnant Neagu und seine Untergebenen
patrouillieren in ihrem Panzerfahrzeug durch die Vorstädte,
während an den Zentren der Macht die Revolution entschieden
wird. Der junge Milizionär Costi verlässt die Gruppe,
um überzulaufen. Leutnant Neagu macht sich auf die Suche nach
dem "verlorenen Sohn". - Mehrfach ausgezeichneter rumänischer
Spielfilm.
[lang]
Bukarest, in der Nacht des 22. Dezember 1989: Während die Revolutionäre
die Macht übernehmen, folgt Miliz-Leutnant Neagu mit seinen
jungen Untergebenen dem Befehl, in ihrem Panzerfahrzeug durch die
Vorstädte zu patrouillieren, um die öffentliche Ordnung
aufrecht zu erhalten. Der junge Milizionär Costi verlässt
die Gruppe, um beim staatlichen Fernsehsender für die Freiheit
zu kämpfen. Während Leutnant Neagu auf dem Fernsehgelände
nach ihm sucht, wird Costi von Regimegegnern in einem umkämpften
Gebäude ein Gewehr in die Hand gedrückt. Bald darauf aber
verdächtigt man ihn, ein Spion zu sein, und droht, ihn zu erschießen.
Nach einem Anruf in der Wohnung seines Vaters, eines angesehenen
Chirurgen, lässt man ihn laufen. Zu Hause wartet bei der Mutter
und seiner Verlobten schon Leutnant Neagu auf ihn und nimmt den
"verlorenen Sohn" wieder mit. Am anderen Morgen wird der
Milizwagen vom Militär gestoppt. Leutnant Neagu gibt die ihm
bekannte Parole aus: "DasPapier wird blau". Costi steigt
mit einem Kameraden aus, um eine Zigarette zu rauchen, als Schüsse
fallen: Costi, der Leutnant und die anderen werden Opfer eines tödlichen
Missverständnisses.
Radu Muntean, der für seinen Film "Das Papier wird blau"
beim Filmfestival Cottbus 2006 mit dem Regiepreis ausgezeichnet
wurde, erzählt die weitgehend authentische Geschichte als eine
einzige große Rückblende. Indem er mit der gewaltsamen
Schlussszene beginnt, pointiert Muntean die tragischen Ereignisse
und schafft es trotzdem, die Spannung zu halten und den Zuschauer
in das Geschehen hineinzuziehen. In dunklen, teilweise fast monochromen
Bildern schildert Muntean aus der Perspektive der untersten Hierarchieebene
des untergehenden Systems sehr glaubwürdig und mit viel Sympathie
für seine Protagonisten die gesellschaftliche Atmosphäre
und die Widersprüche der rumänischen Revolution von 1989.
3sat setzt seine Filmreihe "Kino der Revolution - Junges rumänisches
Kino" am Freitag, 24. April, um 22.25 Uhr, mit dem Spielfilm
"Wie ich das Ende der Welt erlebte" fort.
(rumänische Originalfassung mit Untertiteln)
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